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Kirche des Heiligen Maurus

[10.-12.; 14.; 15. Jh.]

Das Gebäude steht auf einem durch eine Steinmauer verstärkten Erdwall. Die Straße daneben war jahrhundertelang die Hauptverbindung zwischen dem Cornappo-Tal und der Furt des Flusses Torre: sie wurde von den Römern erbaut und führte durch die Centa, wo die Familienoberhäupter Entscheidungen über die Gemeinschaft trafen. Archäologische Untersuchungen im Jahr 1993 offenbaren hier die Existenz eines frühchristliches Kultgebäudes (4.-5. Jh.) auf den Überresten einer noch älteren vorgeschichtlichen Konstruktion. In der vorromanischen Zeit (10.-12. Jh.) erreichte die kleine Kirche ihre heutige Gröβe, und wurde im 14. Jh. mit prächtigen Fresken geschmückt, von denen nur wenige Spuren erhalten sind.
Die frühesten Dokumente stammen aus dem Jahr 1281, als Enrico di Qualso, Kanoniker von Cividale, eine testamentarische Spende an den Heiligen Maurus machte. 1336 wird sie im Testament von Nato quondam Benetto von Nimis erwähnt, der der Kirche "jährlich zwei Pfund Öl" vermachte. Die Widmung an den Heiligen Maurus geht auf die im 12.-13. Jh. von den Benediktinern nach der cluniazensischen Reform verbreitete Verehrung zurück. Von der Kirche des 14. Jahrhunderts, mit runder Apsis und Glockengiebel, ist wenig erhalten: der heutige Bau stammt aus dem 15. Jh. und wurde umgebaut.
Das Gebäude hat ein einziges Schiff mit einer halbkreisförmigen Apsis aus Quaderstein. An der schlichten Giebelfassade befinden sich eine Tür mit Architrav, zwei rechteckige Seitenfenster und ein halbrundes Fenster in der Mitte. Der steinerne Glockenturm wurde Ende des 19. Jh. errichtet.
 
ph. Giorgio Bianchi, Archiv MCC
ph. Giorgio Bianchi, Archiv MCC
ph. Giorgio Bianchi, Archiv MCC
ph. Giorgio Bianchi, Archiv MCC