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2 Februar 2018

Auf der Suche nach den "Blumari" mit dem Fahrrad zum Karneval in den Natisone-Tälern

2 Februar 2018
Giuliano Piccoli

Auf der Suche nach den "Blumari" mit dem Fahrrad zum Karneval in den Natisone-Tälern

Auf das Friauler Ausläufergebiet scheint heute eine schüchterne Wintersonne, die das Fahren auf diesen Straßen angenehm macht. So beschließe ich, eine für die kalte Jahreszeit typische Radtour zu unternehmen, nämlich die Auffahrt Canebola/Bocchetta Sant'Antonio, ganze 9 km, nie schwierige Kilometer, die in der Ortschaft Faedis ihren Anfang nehmen. Erst einmal oben (788 m ü. d. M.), von wo das gesamte Friaul überblickbar ist, beschließe ich, nicht gleich zurückzufahren, sondern in Richtung Piano di Fraccadice abzufahren, um kurz vor der slowenischen Grenze rechts wieder aufwärts zu fahren (dieses Mal sind es 3 schwierige Kilometer auf unebenem Asphalt, Ziel in 854 m ü. d. M.) und dann schnell um den Monte Joanaz herum zum Dorf  Montefosca abzufahren.

Und Montefosca ist der Ort, zu dem ich Sie bringen will. Als kleiner Ortsteil der Gemeinde Pulfero lebt es gemeinsam mit dem Weiler Paceida in einer herrlichen Isolierung und trotz der kontinuierlichen Abwanderung ist es ihm gelungen, eine der einzigartigsten Traditionen des Gebirgskarnevals zu erhalten, nämlich die Blumari.

Die Blumari sind die Jugendlichen des Dorfs, einst im wehrpflichtigen Alter, heute ohne Altersgrenzen, die weiß gekleidet mit auf den Rücken geschnallten Glocken und der charakteristischen baumförmigen Kopfbedeckung aus Stroh und bunten Papierschleifen einen 4 km langen Rundweg zwischen Montefosca und Paceida) zurücklegen, und dabei versuchen, die Kleidung makellos zu halten. Damit die Glocken läuten, müssen sie stets springend so viele Runden zurücklegen wie es die jungen Blumari sind – normalerweise zwischen 5 und 11, jedoch immer eine ungerade Zahl – und dürfen nur zwei Pausen zum Essen und Trinken einlegen. Mit diesem Ritual soll der Winter vertrieben und der Frühling eingeläutet und in einer Art Initiation der Übergang der jungen Wehrpflichtigen zum Erwachsenen bekräftigt werden. All dies geschieht am letzten Karnevalstag.

„Pust“, der Karneval in den Natisone-Tälern, ist etwas Überwältigendes, etwas in den Bewohnern tief Verankertes. Jedes Dorf oder Tal hat eigene Masken, alle sehr bunt und fröhlich. Ich lade Sie ein, am Samstag, den 3. und Sonntag, den 4. Februar 2018 nach San Pietro al Natisone zu kommen. Es wird ein Umzug mit allen Masken der Täler veranstaltet, Blumari inbegriffen!

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Giuliano Piccoli

Ich bin 43 und im Friauler Hügelland geboren und aufgewachsen. Ich fahre mit dem Fahrrad kreuz und quer durch meine Region, aber hauptsächlich bin ich im westlichen voralpinen und alpinen Raum unterwegs. Im Winter gebe ich mich dem Skifahren und Skitourengehen hin. Zu meinen Leidenschaften zählt die regionale Geschichte und so verfolge ich mit Interesse historische und künstlerische Begebenheiten in weniger bekannten Zonen Friauls.

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