Michela Chert
Für Wander- und Mountainbikeliebhaber ist der Karst ideal. Die „Foiarola“, diese rote Explosion, die ihn bei der Verfärbung der Rhussträucher für einen kurzen Augenblick im Herbst befällt, ist ein Spektakel, das man mindestens einmal im Leben bewundern sollte. Der Karst hat aber auch in der kältesten Jahreszeit viel zu bieten. Für die Freunde des historischen Tourismus ist die Zeit zwischen Dezember und Februar am geeignetsten, um die Schauplätze des Ersten Weltkrieges zu besuchen. Die karge Vegetation lässt nämlich Inschriften und Schützengräben auftauchen, die normalerweise nicht sichtbar wären. Eine Wanderung zwischen Themenparks und anderen weniger besuchten Wegen ermöglicht es, den Karst in seiner umfassenden Essenz zu bewundern.

Eine fesselnde Erfahrung ist die Strecke zwischen dem Monte Cosich und dem Themenpark von Monfalcone. Hier liegt die Linie der ersten Kämpfe von Juni 1915 bis August 1916. Sich auf diesen Wegen zu bewegen bedeutet, in die sanften Pastelltöne des Winters im Karst einzutauchen, dessen sanftes Ockergelb alles überzieht.

Wir sehen so die Schützengräben der österreichisch-ungarischen Verteidigungslinie, die nach der Eroberung von Görz durch die Italiener aufgegeben worden sind und daraufhin von den italienischen Soldaten belegt wurden. In den Boden gegrabene Furchen, die uns die Geschehnisse in diesem Grenzland zu Bedenken geben. In Fels und Beton gemeißelte Inschriften lenken unsere Gedanken hingegen auf das Leben des einzelnen Mannes, der Jahre seines Lebens zwischen diesen Steinen verbracht hat. So wandern wir zwischen sanften Hängen, die uns zum Denkmal der Brigade Napoli führen, überwinden den Schützengraben von Quota 86 und kommen schließlich auf den Gipfel des Cosich. Von hier haben wir einen herrlichen Blick auf das Meer und die umliegenden Hügel. Zeugen des Großen Krieges, der hier drei lange Jahre gewütet hat.
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Michela Chert
Andrea Fuccaro