Marano Lagunare

Eine Oase des Friedens, von den Rhythmen der Fischerei geprägt

Marano Lagunare

Dort sieht man seinen Turm. "Den tausendjährigen" nennen ihn die Leute hier, was mehr über seine Bedeutung sagt als über ein genaues Alter.
Wenn man von See kommt, sieht man ihn schon von weitem über diesem schwebenden Ort, der sofort wie eine Welt für sich wirkt. Das fängt schon an mit seiner zusammengekauerten Lage, zwischen der letzten Küstenspitze von Lignano und der Lagune von Grado, vor dem offenen Meer geschützt durch eine Reihe von Inseln wie die von Martignano und von Sant'Andrea, auch bekannt als die Muschelinsel.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war hier alles von einer Stadtmauer umgeben: nicht einmal die Türken im 16. Jahrhundert schafften es, hier einzudringen. Und die Republik Venedig, die dieses Gebiet vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts regierte, tat alles, um es bei Laune zu halten. Die Leute sind noch heute dankbar: die Serenissima respektierte die Selbständigkeit des Ortes, und die Leute von Marano sagen noch heute stolz, dass ihres das einzige friaulische Dorf ist, wo man Venezianisch spricht. Neben diesen sprachlichen und kulturellen Banden hat Venedig Marano auch architektonisch stark geprägt. Die Altstadt ist ein Gewühl von Gassen und Plätzen, gegen die sich die Häuser schieben, Orte, an denen man sich trifft und im Freien arbeitet. Verzierungen an den Häusern erzählen alte Geschichten: Basreliefs, Gesichter aus Stein, Wappen.

Die Lagune hat seit jeher das Leben der Leute geprägt. In dieser unfruchtbaren Gegend, die eine der ärmsten Friauls war, wurde ihr immer höchster Respekt zuteil, auch weil der Fisch aus der Lagune die Existenzgrundlage der Menschen war. Heute, wo die Fischerboote von hier bis aufs Meer hinausfahren, um mehr Beute zu machen, sind die jungen Leute weiterhin den Alten dankbar. Denn die Lagune hat diesen Respekt belohnt, indem sie sich schön machte, so schön, dass sie heute mit zwei regionalen Naturschutzgebieten geschützt wird. Es ist, zusammen mit der von Grado, die nördlichste Lagune des ganzen Mittelmeers. Die meisten Kanäle sind natürlich, der Mensch hat nur die Briccole eingetrieben, die Pfähle, die den Weg bezeichnen. Wenn Sie dann auf eine "Dame" treffen, lassen Sie sich nicht verwirren: so nennt man eine Briccola aus fünf Pfählen, die in einen neuen Kanal führt.

Hier, in der Lagune, öffnet sich das regionale Naturschutzgebiet Mündung des Stella, das auf dem Landweg nicht erreichbar ist. Das Wasser ist der einzige Weg, auf dem man ins Delta des Flusses Stella gelangt, von wo man flussaufwärts bis Precenicco und Palazzolo fahren kann. Wenn Sie Ihr Boot in einem Hafen lassen, können Sie das Gebiet mit den Touristenschiffen besichtigen. So treten Sie in einen außergewöhnlichen Mikrokosmos ein, ein wahres Paradies, um Vögel zu beobachten: im Röhricht entlang dem Flussbett leben unter anderem Rohrweihen, Höckerschwäne, Purpurreiher, Grau- und Silberreiher. Aus einem der reizvollsten Zweige des Deltas, auf einer Strecke, auf der seit fast vierzig Jahren ein Motorschiff den Touristen die Lagune zeigt, gelangt man in die äußerste Mündung. Es ist ein Anblick von seltener Schönheit: ein Dorf von casoni (schilfgedeckten Hütten). Sie sind aus Schilf und Holz, hatten in der Mitte eine Feuerstelle und waren nur mit dem Notwendigsten zum Überleben eingerichtet. Sie werden bemerken, dass alle Hütten nach Westen schauen: diese Seite ist am besten vor den Winden Bora und Tramontana geschützt. Ein Holzsteg gestattet heute das Anlegen.

Zum Probieren

Dieses Land lebt von der Fischerei. Im Laufe der Jahrhunderte gelangte es zu großer Meisterschaft im Zubereiten von ganzen Menüs auf Fischbasis.
Ein besonderes Gericht sollte man aber probieren: el bisato in spéo, Aal am Spieß. Die besten Zeiten, um ihn zu probieren, sind zu Ostern (wenn der Aal, der vom Meer kommt, wieder die Flüsse hinaufsteigt) und im Herbst (wenn er hinabsteigt). Aber zu jeder Jahreszeit (außer im August) ist er eine köstliche Speise, die eine lange Zubereitungszeit erfordert. Im Gegensatz zu anderen Gegenden wird hier der Aal in Stücke geschnitten und zusammen mit Brotscheibchen und Lorbeerblättern auf Holzstöcke gespießt (ideal sind Tamariske oder Haselnussstrauch).

Jedes Jahr am Sonntag nach dem 15. Juni wird das Fest von San Vito gefeiert, mit der uralten Prozession auf dem Meer, das man nicht versäumen sollte.

Zu den Liste der Punkte des Interesses Marano Lagunare.




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