Die Cafés von Triest
Die ersten Kaffeeläden in Triest wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jh. geöffnet. Wahrscheinlich, um dem Vorbild vieler venezianischer In-Lokale zu folgen, jedoch nahmen bei der Einrichtung und den gebotenen Serviceleistungen sofort eine unverwechselbare Wienerische Prägung an. Im Jahre 1768 wurde Benedetto Capano in der Contrada Bottari (heute Via San Nicolò) das exklusive Verkaufsrecht von "kaltem und warmem Wasser, Tee, Kaffee, Schokolade, Limonaden, Sorbetts und Sirupsäften" zugestanden.
Von da an vermehrten sich die Kaffeeläden eines Triests, das schnell ein europäischer Handelsplatz wurde. Mit der Zeit schlug der kosmopolitische Geist der Stadt sehr viele verschiedene Charakterisierungen vor, jene für die Offiziere und hohen österreichischen Funktionäre, jene des Bürgertums, für die Geschäftmänner und, immer vielzählig, die Cafés für Literaten, die von James Joice, Italo Svevo und Umberto Saba besucht wurden.
Heutzutage kann man an den Tischen der Cafés Jugendliche, die zur Schule gehen, alte Damen, die an ihrem Kaffee nippen, Universitätsstudenten, welche die Notizen der Lektionen abschreiben und natürlich Touristen, die sich gleich vom langsamen und entspannten Rhythmus bezaubern lassen, vorfinden.
So treffen wir auf einem idealen Spaziergang das Tommaseo, das Caffè degli Specchi, das Tergesteo, das Stella Polare, das Torinese, das Urbanis, das Pirona, das Antike Caffè San Marco. Alle sind in der Lage, mehr als ein Jahrhundert Stadtgeschichte durch Ereignisse, welche die Kultur, Besetzungen, Literatur, Freiheit ins Gedächtnis zurückzurufen, sind aber zur gleichen Zeit perfekt in das XXI. Jahrhundert eingefügt und wie vor Hundert Jahren im Einklang mit den Wünschen ihrer Kunden.
Das Caffè Tommaseo, das sich in der ehemaligen Piazza dei Negozianti befindet, wurde im Jahre 1830 vom Paduaner Tommaso Marcato gegründet. Das Lokal wurde sofort zu einem bevorzugten Treffpunkt der Geschäftsmänner und der Politiker; im Jahre 1848 wurde es zu Ehren des dalmatinischen Schriftstellers und Patrioten Tommaseo umgetauft. Auch berühmt dafür, anfangs des Jahrhunderts eine Neuigkeit wie das Eis eingeführt zu haben, bietet das Tommaseo ein helles, anspruchsvolles und elegantes Ambiente: die extra aus Belgien vor Hunderten von Jahren besorgten großen Wandspiegel, die Sessel aus gebogenem Holz oder die Dekorationen, Werke des triestiner Malers Giuseppe Gatteri, stechen hervor.
Das Caffè Stella Polare befindet sich im Herzen der Theresianen-Borgate, neben der serbisch-orthodoxen Kirche von S. Spiridone und ganz in der Nähe der Piazza della Repubblica und der Piazza Sant'Antonio.
Als typisches Österreich-ungarisches Lokal entstanden, mit den klassischen Dekorationen und Stuckarbeiten, die teilweise noch erhalten sind, war das Lokal jahrelang Zufluchtsort sowohl der Triestiner als auch der fremden Händler und Intellektuellen; mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Ankunft der Anlgo-Amerikaner in der Stadt, wurde dieses Lokal ein bekannter Tanzsaal: von hier nahmen viele Triestiner Mädchen das Meer zu den Vereinigten Staaten, glückliche Bräute von jungen, amerikanischen Soldaten.
Im Jahre 1839 wurde das Caffè degli Specchi eröffnet, das vom Griechen Nicolò Priovolo gegründet und geführt wurde. Das Lokal wurde im Erdeschoss des Palazzo Stratti eingerichtet, auf jener Piazza Grande (ab 1918 Piazza dell'Unità d'Italia), die noch immer das Herz der Stadt darstellt. Dank seiner besonderen Lage wurde das Caffè degli Specchi sofort ein bevorzugter Ort, um alle geschichtlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ereignisse der Stadt Triest zu verfolgen.
Im Laufe der Jahre wechselte das Caffè degli Specchi viele Besitzer und wurde bemerkenswert verändert: beispielsweise in der zweiten Nachkriegszeit wurde das Lokal von den anglo-amerikanischen Alliierten beschlagnahmt und ab diesem Moment wurden in seinem Inneren die Fahnen der Royal Navy (die britannische Marine) angebracht.
Im Jahre 1863 gegründet, befand sich das Caffè Tergesteo für Jahre gegenüber dem historischen Theater Verdi, mit charakteristischen Tischen im Freien.
Heute liegt es im Inneren der gleichnamigen Galerie, die von der Piazza Verdi zur Piazza della Borsa führt und hat in den Jahren seine Funktionen als städtischer Treffpunkt, der jeden Tag von Geschäftsmännern der nahen Börse und abends von der kulturellen Triestiner Elite besucht wird, bei behalten.
Die Geschichte der Stadt wird von den farbigen Scheiben dargestellt und Saba widmete diesem Caffè eine lyrische Sammlung in seinem Liederbuch.
Die Bar Torinese befindet sich im Corso Italia und geht auf das Jahr 1919 zurück; die Einrichtung ist ein Werk des Triestiner Kunsttischlers Debelli und erinnert an das Innere eines Überseeschiffes.
Die kleine und intime Bar ex Urbanis entstand aus der Asche einer Konditorei aus der ersten Hälfte des 19. Jh. und wird durch einen Mosaikfussboden, der das geschichtliche Datum ihrer Gründung, 1832, trägt aufgewertet.
Im Jahre 1914 eröffnet, wurde das Caffè San Marco sofort zu einem Ort der Zusammenkunft der Tageszeitungs-Leser und einer Werkstatt zur Herstellung von gefälschten Pässen, die den anti-österreichischen Patrioten nützen sollten, um nach Italien zu fliehen.
Zur Gänze von den Österreichern während des Krieges zerstört, wurde es wieder aufgebaut, um in den 20-er Jahren Treffpunkt vieler Triestiner Intellektueller, wie Saba und Svevo zu werden. Das Innere besitzt die typische Atmosphäre des Wiener Cafès: die Holztheke mit Einlegearbeit, die Akt-Malereien auf den Medaillons der Wände, das beharrliche sich Wiederholen der Kaffeeblätter auf den Dekorationen, die Marmortische mit gusseisernem Fuß, die Wandspiegel und die originellen Fresken.
Der beharrlichste Besucher des Caffè Pasticceria Pirona war James Joice, der hier seinen "Ulisse", bei einer österreichischen Mehlspeise und einem Glas bekannten Weines, plante: in dieser berühmten Konditorei kann man sich raffinierte Mehlspeisen und Triestiner Spezialitäten schmecken lassen und die Originaleinrichtung wurde beibehalten.
Von da an vermehrten sich die Kaffeeläden eines Triests, das schnell ein europäischer Handelsplatz wurde. Mit der Zeit schlug der kosmopolitische Geist der Stadt sehr viele verschiedene Charakterisierungen vor, jene für die Offiziere und hohen österreichischen Funktionäre, jene des Bürgertums, für die Geschäftmänner und, immer vielzählig, die Cafés für Literaten, die von James Joice, Italo Svevo und Umberto Saba besucht wurden.
Heutzutage kann man an den Tischen der Cafés Jugendliche, die zur Schule gehen, alte Damen, die an ihrem Kaffee nippen, Universitätsstudenten, welche die Notizen der Lektionen abschreiben und natürlich Touristen, die sich gleich vom langsamen und entspannten Rhythmus bezaubern lassen, vorfinden.
So treffen wir auf einem idealen Spaziergang das Tommaseo, das Caffè degli Specchi, das Tergesteo, das Stella Polare, das Torinese, das Urbanis, das Pirona, das Antike Caffè San Marco. Alle sind in der Lage, mehr als ein Jahrhundert Stadtgeschichte durch Ereignisse, welche die Kultur, Besetzungen, Literatur, Freiheit ins Gedächtnis zurückzurufen, sind aber zur gleichen Zeit perfekt in das XXI. Jahrhundert eingefügt und wie vor Hundert Jahren im Einklang mit den Wünschen ihrer Kunden.
Das Caffè Tommaseo, das sich in der ehemaligen Piazza dei Negozianti befindet, wurde im Jahre 1830 vom Paduaner Tommaso Marcato gegründet. Das Lokal wurde sofort zu einem bevorzugten Treffpunkt der Geschäftsmänner und der Politiker; im Jahre 1848 wurde es zu Ehren des dalmatinischen Schriftstellers und Patrioten Tommaseo umgetauft. Auch berühmt dafür, anfangs des Jahrhunderts eine Neuigkeit wie das Eis eingeführt zu haben, bietet das Tommaseo ein helles, anspruchsvolles und elegantes Ambiente: die extra aus Belgien vor Hunderten von Jahren besorgten großen Wandspiegel, die Sessel aus gebogenem Holz oder die Dekorationen, Werke des triestiner Malers Giuseppe Gatteri, stechen hervor.
Das Caffè Stella Polare befindet sich im Herzen der Theresianen-Borgate, neben der serbisch-orthodoxen Kirche von S. Spiridone und ganz in der Nähe der Piazza della Repubblica und der Piazza Sant'Antonio.
Als typisches Österreich-ungarisches Lokal entstanden, mit den klassischen Dekorationen und Stuckarbeiten, die teilweise noch erhalten sind, war das Lokal jahrelang Zufluchtsort sowohl der Triestiner als auch der fremden Händler und Intellektuellen; mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Ankunft der Anlgo-Amerikaner in der Stadt, wurde dieses Lokal ein bekannter Tanzsaal: von hier nahmen viele Triestiner Mädchen das Meer zu den Vereinigten Staaten, glückliche Bräute von jungen, amerikanischen Soldaten.
Im Jahre 1839 wurde das Caffè degli Specchi eröffnet, das vom Griechen Nicolò Priovolo gegründet und geführt wurde. Das Lokal wurde im Erdeschoss des Palazzo Stratti eingerichtet, auf jener Piazza Grande (ab 1918 Piazza dell'Unità d'Italia), die noch immer das Herz der Stadt darstellt. Dank seiner besonderen Lage wurde das Caffè degli Specchi sofort ein bevorzugter Ort, um alle geschichtlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ereignisse der Stadt Triest zu verfolgen.
Im Laufe der Jahre wechselte das Caffè degli Specchi viele Besitzer und wurde bemerkenswert verändert: beispielsweise in der zweiten Nachkriegszeit wurde das Lokal von den anglo-amerikanischen Alliierten beschlagnahmt und ab diesem Moment wurden in seinem Inneren die Fahnen der Royal Navy (die britannische Marine) angebracht.
Im Jahre 1863 gegründet, befand sich das Caffè Tergesteo für Jahre gegenüber dem historischen Theater Verdi, mit charakteristischen Tischen im Freien.
Heute liegt es im Inneren der gleichnamigen Galerie, die von der Piazza Verdi zur Piazza della Borsa führt und hat in den Jahren seine Funktionen als städtischer Treffpunkt, der jeden Tag von Geschäftsmännern der nahen Börse und abends von der kulturellen Triestiner Elite besucht wird, bei behalten.
Die Geschichte der Stadt wird von den farbigen Scheiben dargestellt und Saba widmete diesem Caffè eine lyrische Sammlung in seinem Liederbuch.
Die Bar Torinese befindet sich im Corso Italia und geht auf das Jahr 1919 zurück; die Einrichtung ist ein Werk des Triestiner Kunsttischlers Debelli und erinnert an das Innere eines Überseeschiffes.
Die kleine und intime Bar ex Urbanis entstand aus der Asche einer Konditorei aus der ersten Hälfte des 19. Jh. und wird durch einen Mosaikfussboden, der das geschichtliche Datum ihrer Gründung, 1832, trägt aufgewertet.
Im Jahre 1914 eröffnet, wurde das Caffè San Marco sofort zu einem Ort der Zusammenkunft der Tageszeitungs-Leser und einer Werkstatt zur Herstellung von gefälschten Pässen, die den anti-österreichischen Patrioten nützen sollten, um nach Italien zu fliehen.
Zur Gänze von den Österreichern während des Krieges zerstört, wurde es wieder aufgebaut, um in den 20-er Jahren Treffpunkt vieler Triestiner Intellektueller, wie Saba und Svevo zu werden. Das Innere besitzt die typische Atmosphäre des Wiener Cafès: die Holztheke mit Einlegearbeit, die Akt-Malereien auf den Medaillons der Wände, das beharrliche sich Wiederholen der Kaffeeblätter auf den Dekorationen, die Marmortische mit gusseisernem Fuß, die Wandspiegel und die originellen Fresken.
Der beharrlichste Besucher des Caffè Pasticceria Pirona war James Joice, der hier seinen "Ulisse", bei einer österreichischen Mehlspeise und einem Glas bekannten Weines, plante: in dieser berühmten Konditorei kann man sich raffinierte Mehlspeisen und Triestiner Spezialitäten schmecken lassen und die Originaleinrichtung wurde beibehalten.







